Tag 300: Way back to Germany – Birmingham, ich muss dich lassen…

Und dann ist es also tatsächlich so weit – Tag 300 naht: Nach einem fulminanten Konzert in einem der eindrucksvollsten Konzertsälen der Welt ist das Auto gepackt und die Heimreise steht bevor. Gemeinsam mit Rebecca und Ben und Kisten voll Chormusik, fahren wir also heute von London nach Heidelberg. Etwas wehmütig aber voller Freude auf den Neuanfang in Karlsruhe und sosehr bereichert an Eindrücken geht es zurück.

Ein letztes Mal die Klippen von Dover bewundern und dann ab zurück in die Heimat!

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Mit Rebecca & Ben haben Katharina und ich zwei wirklich tolle Freunde gefunden, mit denen wir dann noch drei Tage Heidelberg und Pfalz-Urlaub verbracht haben. Im Gespräch mit den beiden auf der Autofahrt haben wir auch versucht ein kleines Resümee zu ziehen – sozusagen ein Ergebnisprotokoll Birmingham.

MA Choral Conducting Birmingham:

  1. Ein Jahr voll toller Musik auf höchstem Niveau
  2. Ein Jahr mit inspirierender Begegnung und prägenden Erlebnissen
  3. Ein Jahr der künstlerischen und persönlichen Reifung
  4. Das beste, was mir nach dem Kirchenmusikstudium hätte passieren können!

Für meine zukünftige Arbeit als Kantor habe ich unfassbar von dem Studium hier im Chorland England profitiert und wünsche mir, dass ich diese Begeisterung auch in meine Chorarbeit einbringen kann zukünftig.

Ich möchte mich von Herzen bedanken bei meinen Hauptfachlehrern Simon Halsey, Simon Carrington und Julian Wilkins, die mich in diesem Jahr sosehr persönlich voran gebracht haben und ich wünsche Euch, dass der Studiengang auch in Zukunft angeboten werden kann. Dieses einmalige Angebot voll individuellem Tutorial und den vielen 1-2-1 sessions ist Gold wert und in Verbindung mit den zahlreichen Chorgruppen der University of Birmingham ein wahrer Schatz für junge Chordirigenten!

Well, this is the last chapter of a wonderful love story, allen begeisterten Chordirigenten und Kirchenmusikern sei der Aufenthalt oder das Studium in England wärmstens ans Herz gelegt – hier gibt es einiges zu entdecken. Mein Blog wird noch einige Zeit online sein, aktuelle Infos gibt es aber zukünftig eher hier – Vielen Dank an alle regelmäßigen Leser!

https://www.petergortner.de

http://christuskirche-musik.de

https://www.mannsingt.eu

 

All best,

Peter

 

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Beethoven 9. Sinfonie – BBC Proms

Im großabgelegten crescendo geht mein Jahr in England zu Ende – und eine bessere Schlusssteigerung hätte man sich nicht erträumen können – Beethovens 9. Sinfonie in der grandiosen Royal Albert Hall in London.

 

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Unter der Leitung von Simon Halsey probten wir eine ganze Woche mit dem BBC Youth Choir, der aus drei der besten Jugendchören des Landes besteht um das gewichtige Werk mustergültig zur Aufführung zu bringen. Auswendig lernen war angesagt, damit die „Tochter aus Elysium“ auch richtig gut rüber kommt… Als Sprachcoach war ich ebenso gefragt wie als einer der 240 Sänger – das war eine Wucht! Die Aufführung war mit gut 5500 Besuchern auch recht gut besucht und ein riesen Erfolg. Neben Beethoven gab es noch ein eindrucksvolles Orchesterwerk von Benjamin Britten und eine Uraufführung von Eriks Esenvalds (ohne Weingläser – dafür mich Glockenspielen 🙂

Wer gerne mal hören möchte, wie das geklungen hat, kann unter folgendem Link die Live-Übertragung des BBC nachhören mit dem World Orchestra for Piece unter der Leitung von Donald Runnicles:

Proms 2018 Prom 9: War & Peace – BBC Proms – BBC

Einmal in der Royal Albert Hall zu singen warein langersehnter Traum, der nun in Erfüllung ging – und sogar noch einmal kurz an der Orgel sitzen, wer hätte das gedacht….?

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Simon war in bester Laune, denn diese Aufführung war seine 114. Aufführung des gigantischen Werkes – Respekt, Mr. Halsey!

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Und auch im Chor herrschte eine super Dynamik bei Proben und auch bei den abendlichen Ausflügen zum Pub – ein tolles Event so viele junge Sänger zusammenzubringen für großartige Musik – doch eines muss man festhalten: Bei aller Genialität dieser Sinfonie; von „Chor“ hatte der liebe Ludwig van nicht so viel „Plan“, das gute Werk ist fast „unsingbar“ – aber Spaß machst dennoch sehr 🙂

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Sehr emotional ging es dann zu bei der Probe unter der Leitung des Komponisten der Uraufführung, Erik Esenvalds – ein sehr interessanter Zeitgenosse – toll, dass wir ihn persönliche kennen lernen durften.

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Konzertreise Berlin/Leipzig und Rattle again

Einen besseren Abschied kann man sich gar nicht vorstellen – Diese Woche sind wir mit dem besten Kammerchor der Uni, University of Birmingham Singers auf Tour in Berlin und besingen neben der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche heute auch die Ev. Reformierte Kirche in Leipzig.

Ein besonderes Highlight war sicherlich die Busfahrt samt Fähre. Nicht zur Nachahmung empfohlen: 23 Stunden und 15 Minuten von Birmingham nach Berlin! Dafür wird man auf der Fähre mit dem Blick auf die Klippen von Dover sehr belohnt.

Dirigiert werden wir von einem Absolventen und früheren Studenten von Simon Halsey, Daniel Mahoney, der ebenfalls Choral Conducting studiert hat in Birmingham. Das erste Konzert in der wunderbaren Armosphäre der KWG war bestens besucht und gemeinsam mit dem Vokalsystem unter der Leitung eines weiteren Absolveten von Birmingham ein echter Erfolg. Johannes Wolff lebt in Berlin und leitet das Ensemble, welches sich mit uns gemeinsam zu einem imposanten Klangkörper entwickelte.

Neben Daniel Mahoney und Johannes Wolff waren zudem auch noch Alex und Sarah Fox beim Konzert mit dabei und natürlich mein Kommilitone David Rice und ich, sodass erstmals in der Geschichte des recht jungen Studienganges 6 Chorleitungs-Absolveten von Simon Halsey in einem Raum waren 🙂

Ein weiteres Highlight war die Hospitation bei der allerletzten Probe in der Ära Simon Rattle. Exklusiv durften wir der dreistündigen Generalprobe für sein letztes Open-Air Konzert auf der Waldbühne lauschen. Und wieder einmal war es überwältigend diesen netten, charmanten Engländer zu beobachten. Für viele Mitsänger war die anschließende Führung durch das Philharmonie-Gebäude extrem eindrücklich.

Es war mir selbst auch überhaupt nicht klar, dass 2220 Zuhörer in diesen einzigartigen Konzertsaal passen. Wir könnten es natürlich nicht lassen auf der Bühne des Kammermusiksaales noch ein kleines Ständchen mit Byrd’s „Sing joyfully“ zu geben!

Ein besonders praktisches Detail der Philharmonie-Bühne: jedes (!) der 30 Bühnenteile ist individuell höhenverstellbar mit folgendem Steuergerät:

Noch ein Konzert heute in Leipzig und dann heißt es für mich zurück nach Heidelberg vorerst! Ich freue mich nun sehr darauf wieder „heimzukommen“ zu Katharina in die Heidelberger Karl-Metz-Straße und werde dann nur noch einmal nach England zurück gehen für das allerletzte Konzert mit Beethovens 9. Sinfonie in der Royal Albert Hall, London in Juli…

Looking forward to that 🙂

Von den letzten Dingen…

Schande über mich – mehr als einen Monat habe ich hier nichts mehr von mir hören lassen. Die letzten Wochen meines Studiums waren nochmals sehr intensiv und voller reicher Erfahrungen!

Besuch von Kantor Stahl

Mein lieber Freund Roman Stahl hat sich aufgemacht aus der Schweiz und mich tatsächlich noch ein Wochenende besucht. Neben vielen kulturellen Erlebnissen in Oxford hatten wir natürlich eine fantastische Zeit. Der kleine Ableger von Cambridge ist einfach immer ein Besuch wert:

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Orgel & Violoncello mit Rebecca

Endlich ist ein bisschen mehr Ruhe und Zeit für music-making eingekehrt. Da wir keinerlei Unterricht mehr haben, sondern nur noch Konzerte, Proben, Exkursionen habe ich die Chance ergriffen mich einem langersehnten Projekt zu widmen. Das Violoncello… Aller Anfang ist schwer – aber es macht großen Spaß und wir werden sehen, ob ich in KA damit weitermachen kann.

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Vorbereitungen für Karlsruhe

Die meiste Zeit in den letzten Wochen verbrachte ich mit Vorbereitungen für das Antrittskonzert im November in der wunderschönen Christuskirche Karlsruhe. Partitur vorbereiten und lernen, Klavierauszug einrichten, viele Emails schreiben und Jahrespläne für die Chöre präparieren. Ich bin sehr gespannt auf das Konzert, bei dem wir unter anderem dieses Meisterwerk aufführen werden:

Jonathan Dove – There was a Child – Deutsche Erstaufführung. Simon hat mir seine Partitur ausgeliehen; höchst interessant!

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John Adams in Barcelona

Unverhofft kommt oft – so lautete auch das Motto einer kurzen „Bildungsreise“ in den letzten Wochen – oder nennen wir es ehrlicherweise „Kurzurlaub“. Simon hatte ein Projekt mit seinem Katalanischen Chor in Barcelona und hat uns Studenten herzlich eingeladen daran teilzuhaben. Das war ein echt bereicherndes Erlebnis! Orfeó Catalan ist ähnlich wie der CBSO-Chorus eine große Chorfamilie mit angeschlossener Singschule, einer wahnsinnig alten Tradition und sehr viel Geld. Simon leitete die Einstudierung eines wahrhaft verrückten aber total faszinierenden sinfonischen Werkes. „Harmonium“ von John Adams wurde aufgeführt. Der amerikanische und extrem sympathische Dirigent war selbst anwesend und dirigierte neben seinem „Oratorium“ auch noch eigene Orchesterwerke.

Wer noch nicht in Barcelona war muss unbedingt hin: Das ist die schönste europäische Metropole, die ich bisher besucht habe. Hier ein paar Eindrücke. Besonders imponierend war das Konzerthaus des Chores. Orfeo ist wohl der einzige Chor der Welt, der ein so prächtiges Konzerthaus besitzt. In diesem traditionsreichen Chor-Land lädt der Chor die Orchester ein und nicht umgekehrt! Beeindrucken und bei der Qualität der Sänger sehr verständlich wieso Simon 12 Wochen des Jahres in der Sonne verbringt. 120 Sänger, davon 55 Männerstimmen! Das ist unfassbar gut….

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Sagrada Famila

Nie zuvor habe ich so einen magischen Kirchenraum betreten. Wer hier schon war weiß wovon ich rede – wer noch nicht hier war, muss unbedingt herkommen. Das Lebenswerk Gaudi’s betrachten und einfach nur Staunen…

Springflut in Birmingham

Ja, das Englische Wetter ist nicht das Beste – aber eine derartige Springflut zu erleben ist schon ein besonderes Erlebnis. Alle 5 Jahre kommt es zu so einem Naturspektakel. In nur wenigen Stunden war unser kompletter Stadtteil sosehr überflutet, dass man kaum noch fahren oder gar laufen konnte.

The Dragon of Wantley – Opernproduktion

Sechs Wochen liefen unsere Vorbereitungen für die Produktion der Barockoper, The Dragon of Wantley von Johann Christoph Lampe. Sicherlich keine große Barockmusik, die der Fagottist Händels als „Parodie-Oper“ veröffentlich hat – aber ein großer Spaß. Meine Rolle war es den Chor einzustudieren und als Chorus Master dafür zu sorgen, dass die etwas „uninspirierte“ Musik Begeisterung beim Publikum auslöst. Spätestens bei unserer zweiten Aufführung am vergangen Sonntag ist dies absolut gelungen und der Funke ist regelrecht übergesprungen. Unter folgendem Link können wunderschöne Fotos der Produktion eingesehen werden.

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Für mich war es eine tolle und lehrreiche Erfahrung mal die Position des Chorus Master einzunehmen. Simon hatte mir sehr dazu geraten und ich bin dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit genutzte habe. Die tatsächliche musikalische Verantwortung lag bei meinem Kollegen David, der beide Aufführungen dirigiert hat.

Tag 201-222: Man(n)Singt!, Essay & John Rutter

Nach einem tollen Probenwochenende mit Man(n)Singt! und einer schönen Gottesdienstmusik bei Kantor Sikner auf dem Lindenhof bin ich nun also wieder zurückgekehrt in das kühle England. Für die sonstigen Verhältnisse war es in der letzten Woche hier richtig hochsommerlich – zwei Tage lang hatten wir Sonnenschein! Das habe ich bisher noch nie erlebt am Stück. Die Menschen rasten sofort aus wenn es hier auf einmal so „heiß“ ist (wir sprechen also von mehr als 15 Grad 🙂

Ich habe den Frühlingsgefühlen auch freien Lauf gelassen und einen einen wunderbaren Grill gekauft für unseren Garten. Dieser kommt nun hoffentlich noch ein paar mal zum Einsatz im ‚Sommer‘.

Ansonsten stehen jetzt die letzen schriftlichen Hausarbeiten an: Für unser Abschlusskonzert gilt es noch einen 3000 Wörter-Aufsatz einzureichen mit Analyse der Stücke und Gedanken zum Programm. Für Arts Management gibt es noch 3 Deadlines in den kommenden Wochen und und und… Es wird mir also noch nicht langweilig, keine Sorge…

Willkommene Abwechslung war heute der Open Singing Day mit John Rutter in Preston (nördlich von Manchester).  Ich wollte ihn unbedingt einmal persönlich kennen lernen und bin sehr angetan. Der gute Mann ist ja auch schon 72 und springt noch immer munter auf der Bühne herum und ist sehr charmant… Über die Musik kann man sicher streiten, mehr als einen halben Tage ist schon grenzwertig…

 

Liebe Grüße aus Birmingham (der Stadt mit dem längsten Kanalsystem überhaupt!!!)

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Tag 200: Parsifal in Berlin – Simon Rattle, Simon Halsey und die Berliner Philharmoniker

Zu Beginn der Ferien gab uns Simon (Halsey) eine Liste mit all seinen Terminen ‚all over the world‘ in den kommenden Monaten mit der herzlichen Einladung ihm als seine ‚Jünger‘ nachzufolgen. Seine Einladung zu Proben und Konzert nach Berlin zu kommen konnte ich natürlich nicht widerstehen. Gemeinsam mit meinem Freund und Man(n)Singt!-Mitsänger, Manuel, machte ich mich also auf nach Berlin um zwei Tage den Proben des Rundfunkchors zu lauschen und dann die Generalprobe in der Berliner Philharmonie zu erleben mit Simon Rattle. Man muss schon sagen, dass die beiden Simon 1+2 ein absolut einzigartiges Team sind. Sie kennen sich seit Jahrzehnten, sind gut befreundet und haben in der Ära Rattle in Birmingham gemeinsam die Arbeit des  CBSO geprägt. Die Einstudierungen mit dem Rundfunkchor liefen selbstverständlich reibungslos und da sich Rattle 50 Männer (!) für den Chor gewünscht hatte war der Klang auch entsprechend mächtig!

Berlin ist immer eine Reise wert – und man(n) trifft ja auch immer wieder auf überraschende Begegnungen – so haben wir auch noch unseren Chorus Manger Gavin von der Uni in Berlin zufällig getroffen… Die Welt ist klein

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