Tag 11 – Lessons begin today

Heute hatte ich meine erste „Vorlesung“ in dem Modul Performance Practice, was soviel heißt wie Historische Aufführungspraxis in Deutschland. Das Seminar findet im zweiwöchentlichen Turnus statt und beinhaltet eigentlich sehr spannende Themen, wie beispielsweise die Barockvioline, Taktarten und Tänze des Barock, Instrumentenbau, etc… Jedoch war die zweistündige Sitzung heute ein totaler Flop. Die junge Chinesin, die aushilfsweise für den Alte-Musik-Prof. eingesprungen ist hat uns wirklich behandelt, als hätten wir das Wort „B-A-R-O-C-K“ noch nie gehört und könnten den Nahmen Bach nicht schreiben… Uiuiui… Es ging also von Adam und Eva los und letztendlich waren eigentlich nur die zehn Minuten in denen Sie uns dann hervorragend (!) einige Musikbeispiele abwechselnd auf der Barockgeige und der modernen Geige vorspielte interessant.

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Immerhin konnte ich etliche Fremdwörter lernen, die ich bisher nur auf Deutsch kannte.


Sport & Fitness

Seit gestern bin ich „Member“ im Sport and Fitness Club der Uni und habe somit für 75 Pfund in den kommenden neun Monaten freien Zugang zum völlig neuen Sport-Hallen-Komplex direkt neben dem Campus. Nach dem frustrierenden Seminar war es eine willkommene Abwechslung im 50m Becken (!) ein paar Bahnen zu schwimmen. Das werde ich hoffentlich öfter tuen in den kommenden Monaten – ein guter Vorsatz! Der komplette Komplex ist wie fast alles hier auf dem neuesten Stand und sehr, sehr nobel! Fantastisch, dass die innerhalb des Hallenbad-Bereiches auch noch an eine Sauna und an ein Dampfbad gedacht haben – ich liebe es jetzt schon!

Und jetzt breche ich auf zum Bahnhof, wo ich meine erste Besucherin in der neuen Heimat empfangen darf. Katha kommt mich übers Wochenende besuchen, wie wunderbar…

Tag 9/10 – Singing auditions

Die letzten Tage waren allesamt sehr lang und im Ablauf stets identisch, daher gab es hier nichts neues zu lesen. Um 9:00 Uhr versammelten sich Simon (Chorleitung), Julian (Klavier) und einer der Gesangslehrer samt uns Dreien im „Dome“ – das ist der „reguläre“ Chorsaal für die kleineren Chorproben und mache Vorlesungen. Der Raum hat eine extravagante Deckengestaltung, wie ihr hier sehen könnt:

Domeo

Tatsächlich haben wir uns innerhalb der letzten Tage 163 Sängerinnen und Sänger jeweils 10 Minuten angehört. Neben einer kurzen Stimmdiagnose (wie hoch, wie tief, usw.) hörten wir uns jeweils ein frei zu wählendes Solostück an und prüften danach ihre Fähigkeiten im Vom-Blatt-Singen, welche hierzulande sehr gut sind.

Ich habe am letzten Tag eine kleine Statistik angelegt um zu sehen wie die Verteilung  der Stimmen zueinander ist und verstehe jetzt auch wieso vor ein paar Jahren der „Women’s Choir“ ins Leben gerufen wurde:

Sopran: 46 % | Alt: 24 % | Tenor: 12 % | Bass: 18 %

Die Qualität der einzelnen Sängerinnen und Sänger war natürlich sehr verschieden, aber insgesamt wirklich fantastisch. Es gab einige Gänsehaut-Momente – gerade bei einem Beitrag einer Sopranistin mit einem Walisischen Volkslied. Dennoch haben wir in keinem Falle zu viele Tenöre; das ist ganz genauso wie in Deutschland auch 🙂 Simon wird am Wochenende die Einteilung machen und am kommenden Montag werden wir dann die ersten Proben mit unserem Kammerchor „University Camerata“ haben.


Verpflegung auf dem Campus

Ja, leider ist es kein Vorurteil; die Engländer sind nicht die besten Köche! Dies musste ich schmerzlich erfahren diese Woche – gerade bei den ersten Versuchen die diversen Möglichkeiten der Verpflegung hier auf dem Campus zu testen. Da unsere Mittagspause immer nur 45 Minuten dauerte war da nix mit selber kochen. Montag, Dienstag, Mittwoch waren volle Nieten. Man fragt sich, wieso das so sein kann? Ein Kommilitone sagte dann auch noch zu mir: „Ich mache mir nichts aus Essen…“ – JA; KEIN WUNDER – wenn es nicht schmeckt!

Und dann – ja, und dann… Kam die Rettung! Simon, der ja als Chef-Dirigent des Berliner Rundfunkchores die deutsche Küche sehr gut kennt und sicherlich kein Kostverächter ist, zeigte mir eine etwas versteckte und unseren Maßstäben entsprechende Kantinen auf dem Campus in einem älteren Gebäude im 4. Stock. Und siehe da, was es da leckeres gab.

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„Schwein und Kraut, alles was der Deutsche braucht“, sagte Simon mit einem Augenzwinkernd und wir hatten ein fantastisches Mittagessen! Die Briten essen zum Schweinebraten eine Arte Apfelkompott, was ich sicherheitshalber mal weggelassen habe. Für 6.85 Pfund nicht gerade günstig – aber nach so einer kulinarisch enttäuschenden Woche sein Geld wert!

Tag 8 – First rehearsal with University Chorus

Heute nur in aller Kürze, da wir von 9:00 Uhr bis 21:30 Uhr in der Uni waren und ganz schön erschöpft sind…

Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, waren ziemlich viele begeisterte Sängerinnen und Sänger gekommen zur ersten Probe des Uni-Chores. Jeder von uns hatte 3 verschiedene Teile aus Rossini’s „Petite Messe“ zu proben und wir sind sehr unterschiedlich weit damit gekommen. Sehr interessant zu sehen, wie die verschiedenen Dirigenten aus verschiedenen Ländern und Kulturen proben und wie effektiv das ist, was vorne dabei herumkommt…

Mehr davon ein ander Mal!

Tag 7 – Singing in a Choir at University of Birmingham

Über 30 wöchentliche probende Musikgruppen gibt es bei uns an der Universität hier. Es ist an der Zeit Euch hier einmal unsere Chöre genauer vorzustellen.

Das einzigartige Angebot der University of Birmingham bietet wirklich für jede und jeden Sänger einen passenden Chor. Von Chören, die völlig ohne Noten und Vorkenntnisse auskommen bis hin zum handverlesenen Kammerchor ist alles dabei.

Da es für einige Chöre verpflichtende Vorsingen gibt, haben wir diese Woche einen sehr straffen Zeitplan. 250 Sängerinnen und Sänger (!) haben sich zum jeweils 10-minütigen Vorsingen angemeldet und ja, wir werden sie alle persönlich anhören! Das ist wirklich eine super Einrichtung, die enorm viel Zeit und Kraft kostet, die sich aber für die Qualität der Chöre und für das gemeinsame Miteinander der „Chorfamilie“ sicherlich auszahlen wird. Simon leitet die Kommission, die aus Korrepetitor, Gesangslehrer, Simon und uns besteht. Wir sind natürlich lediglich „Zuhörer“ und haben kein Stimmrecht, aber wir machen fleißig Notizen zu sämtlichen Sängerinnen und Sängern, denn wir stellen am Ende der Woche unseren Kammerchor zusammen, mit dem wir dann auch unser Master-Recital im März machen werden! Echter Luxus! Wir haben heute von 9:00-18:00 Uhr mit einer Stunde Mittagspause Vorsingen gelauscht… Bis Freitag wird das genau so weiter gehen und dann wird entschieden.

Auditioned Choirs (mit Vorsingen)

University Camerata

Das ist sozusagen „unser“ Chor. Die wöchentlichen Proben am Montagabend leiten David, Augustina und ich und wir werden von Simon und Julian unterstützt und begleitet. Der Chor besteht aus 40 ausgewählten Stimmen SATB.

University of Birmingham Voices

Ein etwa 120 Sänger umfassender Chor, der die Chöre Birmingham University Singers, University Women’s Choir, and University Camerata in sich vereint um einmal pro Jahr ein großes Sinfonisches Konzert mit dem CBSO zu gestalten. Proben ebenfalls Montagabend; allerdings nur im Frühling. Geleitet werden die UoB Voices von Julian Wilkins und Simon Halsey.

University Women’s Choir

Unter der Leitung von Patrick Barrett hat der 2013 gegründete Frauenchor bereits mehrere Preise gewonnen und ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Unichöre.

Birmingham University Singers

Unter der Leitung des Gründungsmitgliedes der King’s Singers, Prof. Simon Carrington, probt der 40-köpfige Kammerchor wöchentlich am Montagabend.

Un-auditioned Choirs (ohneVorsingen)

University Chorus

Etwa 150-200 Sängerinnen und Sänger treffen sich wöchentlich zum University Chorus unter der Leitung von Julian Wilkins. Hier haben wir MA-Studenten regelmäßig Stimmproben, Warm-pus und Vertretungen zu leiten, wenn Julian nicht kann. So werden wir morgen gleich ins „Wasser“ geschmissen und die ganze Probe leiten! Coole Sache. Proben Dienstagabend

University Staff Singers

Eine sehr coole Erfindung – alle „Staff members“, die Lust haben in ihrer Mittagspause etwas Musik zu machen, sind eingeladen völlig ohne Noten und Vorkenntnisse eine Stunde lang zu singen. Das ist wirklich ein tolles Projekt auf ganz anderem Niveau und mit andren Ansprüchen, Menschen eine Freude zu machen – mit Chorgesang.

Chamber Choirs (SATB & SSA)

Am Donnerstagabend gibt es noch zwei Chöre unter studentischer eigener Leitung, die eigenständig verschiedenstes Repertoire für kleiner Ensembles einstudieren. Ob wir hier auch etwas tuen müssen/dürfen habe ich noch nicht herausgefunden…


Mit der Uni nicht direkt zu tun hat unser „Hauptchor“, der CBSO Chorus. Der Hauschor des Orchesters in Birmingham, dem CBSO unter der Leitung von Simon Halsey. Hier sind wir geborene Mitglieder und singen und beobachten wie Simon probt. Warm-ups und Stimmproben werden von uns übernommen. Die großen Konzerte finden in der Symphony Hall statt und wir proben am Mittwochabend.

Wer also gut aufgepasst hat sieht; wir drei Studenten sind in 5 Chorproben pro Woche involviert. Montags zwei, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag meist eine. Am Freitag keine regelmäßige, denn da ist meist irgendeine Generalprobe – Tolle Sache!

 

 

Tag 6 – First service with Cathedral Choir

Good Evening,

Heute morgen also mein erster aktiver Einblick in die englische Cathedral-Musik in der Kath. Kathedrale St. Chads im Stadtzentrum. Es war ein wunderbarer, liturgisch bis ins Detail geplanter Messgottesdienst. Nach etwa einer einstündigen Probe von 9:30-10:30 Uhr war noch genügend Zeit sich mit ein paar Mitsängern (allesamt Profis, bzw. sehr gut ausgebildete Semiprofis) zu unterhalten und den choreigenen Billardtisch zu besichtigen 🙂 Coole Sache, die wir unbedingt flächendeckend in den Proberäumen der deutschen Chöre einführen sollten! Es gab dann typisch englisch noch einen Tee und dann ging es auch los. Gesungen wurde folgende Stücke:

Der Chor von St. Chads besteht aus 20 Sängern – 10 Männer und 10 Frauen, allesamt bezahlt. Nennen wir es mal für deutsche Verhältnisse einen guten Kammerchor, der sich jeden Sonntag hier versammelt um den Gottesdienst zu bereichern. Man muss sich klar machen, dass die Kirchen in England wesentlich ärmer sind als die in Deutschland – die Musik hat jedoch einen extrem hohen Stellenwert und daher werden eben keine Kosten gescheut, wenn gleich 20 Sänger am Sonntag bezahlt werde. Die Damen und Herren sind fest angestellt und bekommen mit 37 Pfund ein leicht höheres Gehalt wie ich als Aushilfe – etwa 33 Pfund.

Was ich nicht wusste, hier wird noch viel mit Check gearbeitet, ich muss jetzt mal sehen wie ich den hier einlösen kann auf der Bank. Hier der wohl wichtigste Raum der Kathedrale im Keller:IMG_1777.JPG

Neben David Saint, der hier der Director of Music, habe ich noch Nigel Morris kennengelernt heute morgen. Er hat durch sein schönes liturgisches Orgelspiel toll durch die fast ausschließlich gesungene Liturgie geführt und zum Auszug sogar Bach gespielt! Nach dem Gottesdienst hat er mir noch eine 30-minütige private Orgelführung gegeben und ich habe lange mit ihm über die Situation der Hauptamtlichen Kirchenmusiker in England geredet. Wenn man hört wie schlimm es um die Bezahlung der englischen Kirchenmusiker steht wird einem erst bewusst welch ein Reichtum wir in Deutschland haben in der Vielfalt und in der Stellenlandschaft der Kirchenmusiker.

Nigel konnte nach sämtlichen Examina und Preisen bei internationalen Wettbewerben nicht wirklich davon leben und war in den vergangenen 20 Jahren Police Officer – schon irgendwie verrückt???

„Seine“ wunderschöne und extrem vielseitige Walker-Orgel (nicht verwechseln mit dem deutschen Walcker) siehe hier samt Spieltisch: (Die Farben sind noch etwas imposanter in echt)

 

Und eine ganz tolle englische Tradition durfte ich auch heute kennen lernen: bell ringing! Jeden Sonntag nach der Messe werden hier die 8 Glocken per Hand(!) bedient. Was man auf dem Foto schwerlich erkennen kann; hinter dem Fenster befinden sich 5 Männer der St Chad’s Cathedral Society of Change Ringers, die diesen Job seit Bau der Kirche wöchentlich machen. Das ist brilliant und klingt wie folgt:

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Barber Opera – Porpora’s L’agrippina

Am Nachmittag durften wir zum ermäßigten Studentenpreis von 5 Pfund noch der wunderschönen Barockoper L’Agrippina von Nicola Porpora im eigenen Opernhaus der Universität lauschen. Ein tolles Gebäude und eine wunderbare Aufführung, allerdings auch vier Stunden Dauer mit Pausen – kein Wunder, dass ich mich danach nach einem gepflegten deutschen Feierabend-Bier gesehnt habe:

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Tag 5 – Music in the Making

Langsam gewöhne ich mich an die alltäglichen Abläufe hier und an den Linksverkehr! Tatsächlich hat es manch einen Vorteil auf der „falschen Seite“ zu fahren. Nachdem ich heute endlich (!) ein gebrauchtes Fahrrad für 95,- Pfund kaufen konnte muss ich umso mehr aufpassen korrekt abzubiegen.

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In dieser schönen Elgar Concert Hall inmitten unseres Bramall Music Buildings haben wir heute ein „offenes Singen“ für alle Interessierten Chorsänger angeboten. Simon und wir drei Dirigenten haben nacheinander die begeisterte Masse von knapp 100 singwilligen einmal durch das komplette Fauré Requiem geführt. Ganz nebenbei und eben – typisch britisch – very charming – hat Simon dann darauf hingewiesen, dass noch ein paar Plätze für die Vorsingen nächste Woche frei sind und kräftig für das Singen in den diversen Universitätschören geworben. Es gibt hier wirklich ein unfassbar großes und sehr breit aufgestelltes Angebot an Chören, sodass wirklich jeder das passende findet. Von unauditioned (das heißt ohne Vorsingen) bis hin zu wirklich extrem anspruchsvoll ist alles dabei.

Wir drei Dirigenten haben uns wohl ganz gut geschlagen und hatten in jedem Falle ziemlich viel Spaß. Man muss festhalten, dass die Engländer scheinbar bessere Blattsänger als die Deutschen sind – die „machen das einfach“ (Zitat: Florian Störtz)


St. Chads Cathedral Choir

Unverhofft kommt oft – so auch heute Nachmittag, als ich meinen ersten „Job“ hier als Deputy singer im Cathedral choir der Kath. Kathedrale St. Chads bekam. Ich hatte mich schon vor Wochen bei sämtlichen Kathedralen um eine Stelle (ja, die werden hier gar nicht übel bezahlt) als Tenor beworben. Heute bekam ich eine E-Mail, ob ich nicht zufällig zum Vorsingen kommen könnte. So kam es, dass ich gleich genommen wurde und morgen früh meine erste Messe in englischer Gewandung singen werde. I am really excited – das Ensemble ist auf Alte Musik spezialisiert – und ich werde wohl immer mal wieder als Springer angefragt. Der Director of Music David Saint machte einen sehr positiven Eindruck und hat neben einer tollen Tenorstimme auch noch Ahnung vom Singen, was nicht selbstverständlich ist hier… Zudem war er gerade auf Konzerttournee in unserer Heimat und hat kürzlich ein Orgelkonzert in St. Wendel gespielt! So klä is die Welt, gell!

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Gerade jetzt wo ich endlich Fahrrad fahren kann, entdecke ich auch wirklich ein paar schöne Ecken in der Big City. Der Kanal ist sicherlich eines der Wahrzeichen der Stadt. Er hat eine Länge von über 20 km und wurde ursprünglich angelegt um Industriegüter, Kohle und landwirtschaftliche Güter zu transportieren. Heute ist er nur noch für die kleinen Schiffe und für Fußgänger interessant – und eben ein super Fahrradweg von Selly Oak (wo ich wohne) ins Herzen der Stadt!IMG_1771.JPG

Schaut man hier genauer hin, sieht man , dass für den Kanal sogar eine ziemlich hohe Brücke gebaut wurde. Ich dachte gestern noch, die Brücke wäre eine für die Eisenbahn, doch das ist sie nicht! Da musste ich doch an meinen sehr geschätzten Erdkunde-Lehrer Hr. Reinhardt denken, der zu sagen pflegte: „Wenn ich sage: Das Wasser fließt den Berg hinauf, dann ist das so  – oder es ist schon oben“! Gute Nacht!IMG_1773.JPG

 

Tag 4 – Score preparation Fauré

Ganz im Sinne der gestrigen Losung begann der heutige Tag:

Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf. 

Psalm 127,2

Vier Stunden gründliches Partitur-Studium gab es dann gleich zum Frühstück. Ein zeitlicher Luxus von dem man(n) im Kirchenmusikstudium immer geträumt hat. Einmal richtig seine Partitur kennen – jede Note innerlich bewegt haben und sich dirigentisch mit der Musik ausführlich beschäftigen. Mal sehen, ob’s auch was nützt, wenn wir morgen beim „Music in the making“ gemeinsam mit Simon beim offenen Singen versuchen werden viele Sänger für die University Choirs zu begeistern…


So jetzt auf in die Stadt, ich will versuchen mir ein gebrauchtes Fahrrad zu kaufen. Das ist nicht so einfach in England wie Deutschland – leider. Vielleicht schaffe ich es dann auch noch zum Evensong in der Birmingham Cathedral, den am Freitag die Knaben & Männerstimmen gestalten …

Choral Evensong Nr. 1

Einfach ganz großartig die anglikanische Tradition des Choral Evensongs – ein gesungener Abendgottesdienst, der je nach der Qualität des Chores zu einem echten Erlebnis werden kann! Die Kathedrale von Birmingham ist die drittkleinste Kathedrale in England, hat aber eine ziemlich große Orgel mit 62 Registern auf 4 Manualen und einen sehr guten Chor! Heute waren die Knaben & Männerstimmen dran, d.h. 24 Sänger, die sehr klangschön und rührend die Liturgie gesungen haben. Trotz des guten Angebotes und der langen Tradition ist der Kirchenbesuch ähnlich wie in der Heimat – es waren 20 Personen da (inkl. Kirchendiener…) Eine kirchenmusikalisch hoch interessante Form des Gottesdienstes, die es gilt auch in der Heimat zu etablieren! Gerade der gesungene Psalm entwickelt eine unglaublich meditative Stimmung. IMG_1763 2.JPG

Liturgisch sehr interessant fand ich, dass man in England im Fürbittgebet (logischer Weise) nicht für den Papst betet sondern für die Queen 🙂img_1766-2.jpg

Für die Orgelfreunde unter uns hier noch die Disposition der Orgel. Schon toll so ein voller Cathedral-Zungenklang, der vom piano bis forte durchgängig alles zu bieten hat, was man sich wünscht. Schön elektropneumatisch 🙂

Pedal Key action EP  Stop action EP  Compass-low C  Compass-high f1  Keys 30
1 Sub Bass 32 A, bottom octave electronic
2 Open Diapason 16 B
3 Major Bass 16 ?(MHux)
4 Violone 16
5 Bourdon 16 A
6 Echo Bourdon 16 Swell
7 Principal 8
8 Bass Flute 8
9 Fifteenth 4
10 Octave Flute 4
11 Mixture IV 19.22.26.29
12 Fagotto 16 Swell
13 Ophicleide 16
14 Trombone 16
15 Trumpet 8 ext Trombone
Choir Key action EP  Stop action EP  Compass-low C  Compass-high c4  Keys 61
16 Open Diapason 8
17 Stopped Diapason 8
18 Dulciana 8
19 Gemshorn 4
20 Flute 4
21 Fifteenth 2
22 Larigot 1 1/3
23 Mixture III 19.22.26
24 Tremulant
25 Trompeta Real 8 Solo
Great Key action EP  Stop action EP  Compass-low C  Compass-high c4  Keys 61
26 Double Open Diapason 16
27 Open Diapason I 8
28 Open Diapason II 8
29 Stopped Diapason 8
30 Octave 4
31 Principal 4
32 Chimney Flute 4
33 Twelfth 2 2/3
34 Fifteenth 2
35 Tierce 1 3/5
36 Fourniture IV 15.19.22.26
37 Mixture III 19.22.26
38 Trumpet 8
39 Clarion 4
40 Tremulant
Swell Key action EP  Stop action EP  Compass-low C  Compass-high c4  Keys 61 Enclosed
41 Bourdon 16
42 Open Diapason 8
43 Lieblich Gedeckt 8
44 Salicional 8
45 Voix Celestes 8 TC
46 Principal 4
47 Harmonic Flute 4
48 Fifteenth 2
49 Recorder 2
50 Sesquialtera II 12.17
51 Plein Jeu IV 19.22.26.29
52 Contra Fagotto 16
53 Cornopean 8
54 Oboe 8
55 Clarion 4
56 Tremulant
Solo Key action EP  Stop action EP  Compass-low C  Compass-high c4  Keys 61 Enclosed
57 Viole d’Orchestre 8
58 Violes Celestes 8
59 Harmonic Flute 8
60 Concert Flute 4
61 Cor Anglais 8
62 Clarinet 8
63 Orchestral Oboe 8
64 Tremulant
65 Tuba Minor 8
66 Trompeta Real 8 unenclosed

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Dinner tonight

Zum Abschluss eines sehr ereignisreichen Tages haben wir ein erstes gemeinsames Dinner gemacht in unsrem „Shared House“. Celine, Zoe und ich haben ganz lecker und unbritisch eine Lasagne mit Spinat und Gemüse gekocht. Sehr lecker! Gute Nacht!

 

Tag 3 – Score preparation and Schöpfung

Heute werde ich mich auf unseren erste dirigentische Aktion am kommenden Samstag vorbereiten. Beim Tag der offenen Tür wird sich unser Fachbereich vorstellen und wir drei Dirigenten werden auf Zuruf unter der Anleitung von Prof. Simon Halsey Teile aus dem Requiem von Fauré mit den etwa 100 Sängern proben.


Kurze Anspielprobe am Nachmittag mit Orchester und Chor. Ganz fair aufgeteilt – Mirga die erste Hälfte mit Orchester und dann der „Feinschliff“ mit Simon am Dirigentenpult und ohne Orchester. Der Chor ist brilliant, das Orchester spitze und die Solisten extrem kultiviert und klangschön. Also, man darf gespannt sein auf einen schönen Abend mit Haydn’s Schöpfung!

Und schon geht es los, die gut gefüllte Symphony Hall wandelt sich zu einem Sicherheitstrakt. Jeder Konzertbesucher muss den Metalldedektor durchlaufen. Gute Sicherheitsvorkehrungen! Das wird Papa sicherlich gerne hören 🙂

May I introduce you to Sir Simon Halsey?

Simon und ich lauschten heute Abend gespannt der Saisoneröffnung des CBSO mit Haydn’s Creation in englischer Sprache. Es war einfach grandios! Eine tolle Aufführung, die ich als Begleitung des Maestros sogar kostenlos besuchen durfte! Die Symphony Hall bietet optimale akustische Bedingungen für die Aufführung von Chor- und Orchesterwerken. Über 2.200 Sitzplätze gibt es hier…

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Und hier die Chor-Besetzung des heutigen Abends:

49x Sopran | 30x Alt | 21x Tenor (geil!) | 31x Bass

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Welcome to Birmingham!

Liebe Interessierte,

auf diesem Blog werde ich Euch regelmäßig über meine musikalischen und persönlichen Erlebnisse während meines Auslandsjahres in England berichten. Gestern erst gelandet, habe ich bereits heute viele positive Eindrücke über Land & Leute gewinnen können. Doch zunächst der Reihe nach – this is my new home:

If someone wants to visit me, you’ll find me at:

35 Corisande Road
Birmingham
B29 6RL

Tag 2 – Checking out everything

Heute habe ich meine beiden sehr netten Kommilitonen kennengelernt. Augustina aus Griechenland und David aus Wales. Mehr darüber demnächst hier 🙂

Außerdem konnte ich meine erste große Notenbestellung im Department of Music abholen und beantworte hier nun die bereits oft gehört Frage „Was genau machst du da eigentlich?“ Das sind die Partituren und Klavierauszüge, die zu bearbeiten sind im kommenden Jahr. Any questions?IMG_1728.JPG

Heute Abend durfte ich noch der grandiosen Generalprobe von Haydn’s Schöpfung mit CBSO & CBSO Choir unter der Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla in der wunderschönen und akustisch brillanten Birmingham Symphony Hall lauschen. Hier ein paar Impressionen. Unglaublich, Mirga ist Jahrgang 1986 und bereit Chefdirigentin des CBSO…