Tag 68 – Civic Mass in St. Chads

Das kann man gar nicht übersetzen, was hier los war am Sonntag. Was bei uns als Ewigkeitssonntag gefeiert wird, ist hierzulande in vielen Gemeinden eine „Civic Mass“, was soviel bedeutet wie möglichst viele ranghohe Persönlichkeiten in den Gottesdienst zu pressen wie möglich und für die Einheit der Stadt und Aller darin lebenden und arbeitenden Menschen zu beten. Ein besonders wichtiger Termin, bei dem es besonders englisch zuging! Neben der wunderbaren doppelchörigen Messe in g-Moll von Ralph Vaughan Williams (den mann hier einfach nur RVM nennt) gab es auch gleich noch die Nationalhymne (die hier übrigens im regulären Gesangbuch abgedruckt ist, unter der Kategorie „National“). Ein großes Fest also: ein paar Eindrücke samt Video vom Sanctus unten.

Die meisten „hohen“ Beamten kamen in Dienstuniform bzw. Amtstracht, das sah aus wie im Film 🙂 An die Richter in der ersten Reihe muss man sich erst gewöhnen…

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On Sunday 20th November at St Chad’s Metropolitan Cathedral in Birmingham, on the Feast of Christ the King, His Grace, The Most Rev Bernard Longley, Archbishop of Birmingham, welcomed all to this celebration and to the closing of the Jubilee Door of Mercy. Dignitaries in attendance included The Lord Mayor Cllr Carl Rice, Leader of the Council Mr John Clancy, Deputy Lord Lieutenant Prof Deirdre Kelly and High Court Judges Mrs Thirlwall, Mr Barling and Mr Keehan and other members of the Judiciary past and present.

In his address His Grace focused on the words of Jesus from the Gospel of the day, Jesus, remember me when you come into your kingdom (Luke 23:42). Words that we should use today as we pray for our families, our city and for those in need.

Referring to the unforeseen political changes and economic uncertainty as we await the outcome of the vote to leave the European Union, His Grace said, ‘Many of our parishioners who contribute spiritually, culturally and economically are EU passport holders and with them we are naturally concerned about their future’. And, with the international political shifts that, ‘we are concerned about the future well-being of the Baltic states’. To this he added, ‘In a world that is ever-changing we need the constancy of God’s loving-mercy and the abiding presence and influence of Jesus Christ.’

His Grace, with regard to the closing of the Year of Mercy, spoke of Pope Francis’ challenge to leave a lasting legacy from this Jubilee Year and spoke of the opening of Fatima House, a large residential property now accommodating women refugees and asylum seekers in the city centre, and the preparations for the opening of Tabor House next April as a permanent emergency shelter for homeless men and women in the city. His Grace concluded with these words, ‘These are some of the people dear to God and whose voices are heard by Jesus whenever they say to him: Jesus, remember me when you come into your kingdom. Jesus is asking us to make his Kingdom a reality today in the midst of our city. May we enable his reply to be heard again: Indeed I promise you, today you will be with me in paradise.’

Tag 69-71 Essay-Weekend

Dank Katharina‘s Hilfe wurde mein 4000-Wörter Aufsatz über die English Musical Renaissance am Wochenende sprachlich noch deutlich verbessert! Wer an diesem Thema interessiert ist, kann den Aufsatz hier nachlesen. Wir sind gespannt wie die Bewertung ausfällt…

Essay 1 – British Music Studies 1850 to 1975 (Student ID 1813019)

Tag 67 – German Christmas Market Birmingham

We are very proud to present you the most biggest German Christmas Market outside of Germany – in the centre of Birmingham!

Ja, es ist etwas verrückt – aber es ist hier längst Weihnachtsstimmung. Seit dem 16.11 hat der German market geöffnet und lädt zu Germab Bratwurst und Glühwein ein. Es ist eine sehr authentische Kopie eines kommerziellen deutschen Weihnachtsmarktes.

https://www.germanchristmasmarketbirmingham.com

Katharina ist gerade zu Besuch und wir sind begeistert vom Weihnachtsmarkt 🙂 allerdings gibt es eine Missverständnis hier:

Die Engländer trinken große Literkrüge mit Weißbier, weil sie denken es sei „deutsch“ auch auf dem Weihnachtsmarkt…

Tag 66 – Historische Tasteninstrumente

Heute gab es wieder eine sehr informative Vorlesung in „Performance Practice“. Unser Prof für historische Tasteninstrumente hat die Entwicklung von den frühesten Tasteninstrumenten bis hin zum Hammerklavier erläutert und jegliche Weiterentwicklung im Instrumentenbau mit Klangbeispielen gezeigt.

Da die Uni über eine sehr wertvolle Sammlung von Originalinstrumenten und historischen Nachbauten verfügt, konnten wir die klanglichen Vor-und Nachteile in live sehen und hören.

Hier einige Eindrücke:

Tag 62-65: The English Musical Renaissance

Was there a ‘renaissance’ in British music-making in the late nineteenth century or was this a construction manufactured by contemporaneous musicians and commentators and/or later musicologists for political ends?

That’t the only question, die mich derzeit beschäftigt. Es gilt 4000 Wörter zu schreiben in einem wissenschaftlichen Aufsatz im Fachgebiet „British Music Studies“. Ein sehr spannendes Feld denn:

British music-making im 19. Jahrhundert wurde sehr stark von „fremden“ – also deutschen – Einflüssen bestimmt. Auf folgender Graphik habe ich die sogenannte „dark period“ also knapp zweihundert Jahre nach Purcell’s Tod dargestellt.

Table British Composers (Version 1)

Durch die „heldenartige“ Verehrung von Händel und den enormen Kult um seinen „Messiah“ war es kaum möglich für englische Komponisten etwas populäres zu Komponieren. Nach Handels Tod wurde zudem kein englischer Komponist gefunden, der es „wert“ war neuer Heide zu werden; daher spricht man hierzulande geradezu prophetisch über Felix Mendelssohn! Wer einmal Birmingham besucht kann den Uraufführungsort seines Oratoriums Paulus live erleben, die Town Hall!

Doch neben den deutschen Einflüssen bestimmen besonders die politischen Veränderungen des späten 19. Jahrhunderts die Musik-Welt in England. Der aufkommende Nationalismus in Europa, die Staatenbildung in Deutschland und die and Einfluss abnehmende Aristokratie in England führen zudem zu einem neuen Verlangen nach einem nationalen Komponisten!

Durch die Gründung des Royal College of Music (1863) und die epochalen Komponisten Parry, Stanford und Sullivan werden Grundsteine gelegt für die sogenannte „Renaissance“ (ich nehme Abstand von diesem Begriff, da er nicht besonders gut ausdrückt, was hier genau passierte) die dann in Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams ihren englischen National-Helden findet.

Wirklich spannend, dass ein so musikalisches Volk mit einer Jahrhunderte alten Chortradition – die in den Kathedralen übrigens nie pausierte (!) – sosehr abhängig war vom kontinentalen Musikgeschehen… Das Selbstbild der Engländer und ihrer Komponisten hat sich bis heute kaum verbessert. Es gibt nur wenige „englische“ Komponisten, die mit unseren deutschen „Helden“ in einem Satz genannt werden.

Nun denn, immerhin die Monarchie hat überlebt – in Teilen:

RULE BRITANNIA!

PS: Wer gerne meinen Aufsatz lesen mag, schreibe hier einen Kommentar. Ich kann ihn per pdf zusenden.

 

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Hubert Parry (back l.), Alexander Mackenzie (front c.) and Charles Villiers Stanford (front r.) in 1910 with Edward German (back r.) and Dan Godfrey(front l.

Tag 61 – Konzert Andras Schiff

Eine bunte Mischung aus Mendelssohn, Beethoven, Brahms – und natürlich Bach erwartete uns gestern Abend im Klavierkonzert von Sir Andras Schiff. Der weltbekannte Ungar überzeugte das Publikum – nicht zuletzt mit allen drei Sätzen des Italienischen Konzertes von Bach als Zugabe – 120 Minuten Klaviermusik pur…

Gerade sitzen wir schon im nächsten Konzert 🙂

Die beiden un-auditioned Chamber choirs und das Brassensemble haben heute in die Elgar Concert Hall eingeladen. Wir sind gespannt:

Tag 60 – Trip to Oxford

Es weihnachtet sehr – allüberall auf den Tannenspitzen.

Die Weihnachtsmärkte haben dieses Wochenende eröffnet in England. Ziemlich früh – aber in England ticken die Uhren eben ein bisschen anders. Wie auf folgendem Bild zu sehen ist. Bei typischem englischem Wetter wie heute bleiben leider auch mal die Uhren stehen:

Es kommt noch verrückter. Der German Frankfurt Christmas Market in der Bitminghamer Altstadt hat auch bereits seine Pforten geöffnet. Hier erwarten uns neben Touristenströmen, die die der Heidelberger Weihnachtsmärkte übertreffen jede Menge vertraute Sachen:

German Bratwurst, Glühwein für 4,50 £ und jede Menge fancy sweets.

Der Grund unseres Besuches ist aber heute nicht der Weihnachtsmarkt, sondern das Klavierkonzert von Sir Andras Schiff mit Mendelssohn, Brahms and Bach. In wenigen Minuten geht es los – wir sind gespannt…

Tag 59 – Nächster Besuch: Burgi ist da! Man(n) Singt! CD ist fertig

Unglaublich aber wahr:

Nach zweimonatiger Arbeit sind nun Tonmeister Gerhard Betz und unser fantastisches Redaktionsteam mit Stefan Burkhardt, Nikolaus Rentrop, Dominic Egger und meiner Wenigkeit final mit der neuen Man(n) Singt! CD fertig. Stefan ist extra nach Birmingham geflogen um die Datei dann von hier aus nach Graben-Neudorf zu schicken! Wunderbar! (Nein, das war ein Witz – Stefan ist sowieso da übers Wochenende zu Besuch)

Derzeit gibt es neben meinem Essay-writing nicht viel zu berichten. Aber die Man(n) Singt! CD kann noch bis zum 1.12. zum Vorzugspreis ohne Versandkosten bestellt werden unter: bestellung@mannsingt.eu

Stefan und ich werden morgen einen Ausflug nach Oxford machen und berichten dann von der wunderschönen englischen Universitätsstadt.

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Tag 54 – Grand Organ Gala

Wow – DAs war beeindruckend! Am heutigen Remembrance Sunday (also zu deutsch dem Sonntag nach dem „Heldengedenktag“ bzw Volkstrauertag) wurde landesweit sehr intensiv der Gefallenen im 1. Weltkrieg gedacht.

Zudem fand die Grand Organ Gala mit der großen Klais-Orgel in der Symphony Hall statt mit einem sehr „festlichen“ heldischen Programm:

Neben den absoluten Klassikern der Orgelliteratur gab es aber auch grandiose englische Festmusik mit großem Chor, Orgel und Orchester samt „Land of Hope and Glory“ im Stehen als Zugabe – einfach großartig die Briten 🙂

https://youtu.be/dYdv7ZDrEjo

Tag 53 – Early Brass

Eine hervorragende, gewinnbringende Vorlesung haben wir immer am Freitag Vormittag. In der so genannten historischen Aufführungspraxis werden im wöchentlichen Turnus verschiedene barocke Originalinstrumente in all ihren Facetten und Eigenschaften vorgestellt. Diese Woche hatten wir eine Expertin aus London da, die uns sämtliche historische Blechblasinstrumente vorgestellt hat. Die professionelle Hornistin konnte exakt die Unterschiede und Entstehungsgeschichte der Instrumente erklären. Beeindruckend.

Den Rest des Tages, wie auch den kompletten Samstag habe ich mit meinem Essay über die „Musical Renaissance“ in British music studies zugebracht….