Neuigkeiten: Von Birmingham nach Karlsruhe!

Das zweite Trimester endete offiziell am vergangenen Freitag und es gibt viel zu berichten; allen voran über meine berufliche Zukunft.

In den vergangenen Wochen hatte die Bewerbung auf die Kantorenstelle an der wunderschönen Christuskirche Karlsruhe oberste Priorität – wie ich heute hier fröhlich verkünden darf, es hat sich gelohnt!

Zum 1. September werde ich Kantor in Karlsruhe und mich neben der exzellenten Klais-Orgel besonders um die herausragende Chorarbeit an der Christuskirche kümmern – Oratorienchor, Kammerchor und Mädchenkonzertchor von Cantus Juvenum gehören zu meinen Aufgaben. Auf diese neuen Herausforderungen freue ich mich sehr.

Für das Antrittskonzert am 11. November habe ich bereits große Pläne und bringe wunderbare Musik von Jonathan Dove aus England mit. Wie wir vergangene Woche vom  Peters-Verlag erfahren haben werden wir mit dem Oratorium „There was a Child“ die deutsche Erstaufführung begehen. Diesen Termin gleich im Kalender vermerken:

Sonntag, 11. November 2018,  18.00 Uhr | Christuskirche Karlsruhe

Deutsche Erstaufführung

Jonathan Dove (*1959)

There was a Child

Oratorium für Solisten, Chor, Kinderchor und Orchester (2009)

Sarah Wegener, Sopran | Daniel Schreiber, Tenor

Nachwuchs- und Konzertchor Mädchen, Cantus Juvenum

Kammerchor der Christuskirche | Oratorienchor Karlsruhe an der Christuskirche

Kammerphilharmonie Karlsruhe

Peter Gortner, Leitung

 

Wer in der Nähe wohnt sei auch herzlich zum Mitsingen im Oratorienchor eingeladen. Zwei „Offene Proben“ für Neueinsteiger am Mittwoch, 4. und 11. Juli bieten den perfekten Neueinstieg in ein spannendes Projekt mit fantastischer Musik.

 

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Parallel zur Bewerbung liefen die Vorbereitungen für meine Abschlussprüfung Dirigieren auf Hochtouren und mündeten in ein sehr bewegendes Konzert am vergangenen Donnerstag, 22. März in der Elgar Concert Hall.

Die 40 Sänger „unseres“ Kammerchores University Camerata haben jeweils 3 mal 30 Minuten a capella Chormusik zum Besten gegeben und großartiges geleistet – Vielen Dank dafür! David, Augustina und ich sind sichtlich erleichtert.

Mein Konzertprogramm bestand aus:

Johannes Brahms – Warum ist das Licht gegeben (1. Satz)

Eriks Esenvalds – Stars

György Orbán – Daemon irrepit callidus

Heinrich Lang – Der Friede Gottes

Thomas Tallis – When David heard

Herbert Howells – Requiem aeternam (5. Satz)

Johannes Brahms – Warum ist das Licht gegeben (4. Satz, Choral)

Tag 154-167: Besuch aus Deutschland, Schneechaos und das Deutsche Requiem

Lange geplant und dann tatsächlich auch durchgeführt – der Besuch von Felix und Thomas letzte Woche war eine wahre Wonne und wir hatten ein paar sehr schöne Tage inmitten des nochmals einsetzenden Winters. Bei eisigen Temperaturen war zunächst noch alles gut – doch bald war (mal wieder) klar: „English popele can’t deal with the snow!“ Es begann mit nur wenigen Zentimetern Schnee und Temperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt und endete mit abgesagten Flügen, einem völlig zusammenstürzenden Zugverkehr und kaum noch Autos, die den Berg hinauf fahren können. Winterreifen hält man übrigens hier auf der Insel für völlig unnötig 🙂

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Thomas, Felix und ich haben einen verschneiten Ausflug nach Coventry gemacht und dort ausgiebig die neue Kathedrale und die Überreste der „alten“ Kathedrale besichtigt. Ein absolutes muss für England-Touristen, wie ich finde. Hier kann man neben der Original-Partitur von Benjamin Brittens „War Requiem“ auch hautnah die Auswirkungen des Weltkrieges spüren und auf eindrucksvolle Weise den deutschen Bombenhagel nachempfinden. IMG_2681.jpeg

 

Im Evensong waren wir natürlich auch noch – hier wird im Sommer aller Voraussicht nach auch Man(n)Singt! stehen:

 

 

Obwohl die Engländer gelassen mit dem Schnee-Chaos umgingen, für Felix und Thomas war es eine ganz schöne Katastrophe, denn ihr Flug musste (so wie sämtliche Flüge nach „Europa“) gecancelt werden und es gab keine Chance als eine weiter Nacht im Hotel! Trotzdem wirklich schön, dass ihr hier ward – das werden wir nicht so schnell vergessen…

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Neben den Vorbereitungen für die Abschlussprüfung am 22. März stehen noch ziemlich viele Konzerte an. Wie im vergangenen Term auch kulminieren sämtliche Ensembles und Chöre in Semesterabschlusskonzerten in den kommenden Tagen.

Auch beim CBSO war es am vergangenen Sonntag soweit. Eine ziemlich verrückte Idee von Simon, ein Mitsingkonzert (Singalong) mit einem der besten Stücke der Musikgeschichte, dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms. Zugegebenermaßen war ich sehr skeptisch, ob man ein solches Monumentalwerk „benutzen“ sollte für einen netten Nachmittag in der Symphony Hall. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Simon war in absoluter Höchstform und formte im Handumdrehen aus dem wilden Haufen von 850 Sängern (!) einen absolut hörenswerten und beeindruckenden Klangkörper.

Wie die Jungfrau zum Kind kam ich dann auch noch in das Vergnügen mit Simon gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Er fraget mich kurz zuvor, ob ich mir vorstellen könnte als Sprachcoach mit ihm „on stage“ zu gehen und ein bisschen zu helfen mit „dem Aussprache“ – and yes, of course – I loved my job 🙂 Und so kam es also, dass ich wohl zum ersten und letzten Mal gemeinsam mit Simon Halsey vor 850 Sängern in der Symphony Hall auf der Bühne stehen durfte und den wunderbaren Text des Requiem skandieren durfte. Toll!


Und dann war da auch wieder eine der üblichen Deadlines diese Woche… Diesmal durften es nur 1000 Wörter sein und zwar für den Einführungstext zu meinem Abschlusskonzert mit dem Kammerchor am 22. März. Möglichst verständlich dem Zuhörer sein Konzept und die darzubietende Musik nahe bringen. Ich bin gespannt, ob mein Konzept in wenigen Tagen aufgeht und das Konzert so gut wirkt, wie ich das am Schreibtisch geplant habe. Wer gerne mehr wissen möchte über mein Konzertprogramm „O Fortuna“, darf hier schon gerne vorab lesen – oder einfach in personam kommen – 22. März – 18:00 Uhr – Elgar Concert Hall – University of Birmingham.

Microsoft Word – Recital major project – short version – O fortuna (Peter Gortner).docx


Nach vielen Wochen hier auf der Insel durften Katharina und ich am vergangenen Wochenende nun endlich einmal die „authentische“ englische Küche privat erleben. Ben und Rebecca haben uns zu einem sehr englischen Dinner nun doch davon überzeugt, dass die englische Küche sehr gut sein kann – ich musste aber zugegebenermaßen lange danach suchen 🙂

Vielen Dank für einen wunderbaren Abend in vier Gängen

Vorspeise: Homemade Fishburger with salads, Hauptgang: Slow-cooked beef, Dessert: Toffe-something (don’t know the name) very sweet and delicious, und Käseplatte … Mmm