Konzertreise Berlin/Leipzig und Rattle again

Einen besseren Abschied kann man sich gar nicht vorstellen – Diese Woche sind wir mit dem besten Kammerchor der Uni, University of Birmingham Singers auf Tour in Berlin und besingen neben der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche heute auch die Ev. Reformierte Kirche in Leipzig.

Ein besonderes Highlight war sicherlich die Busfahrt samt Fähre. Nicht zur Nachahmung empfohlen: 23 Stunden und 15 Minuten von Birmingham nach Berlin! Dafür wird man auf der Fähre mit dem Blick auf die Klippen von Dover sehr belohnt.

Dirigiert werden wir von einem Absolventen und früheren Studenten von Simon Halsey, Daniel Mahoney, der ebenfalls Choral Conducting studiert hat in Birmingham. Das erste Konzert in der wunderbaren Armosphäre der KWG war bestens besucht und gemeinsam mit dem Vokalsystem unter der Leitung eines weiteren Absolveten von Birmingham ein echter Erfolg. Johannes Wolff lebt in Berlin und leitet das Ensemble, welches sich mit uns gemeinsam zu einem imposanten Klangkörper entwickelte.

Neben Daniel Mahoney und Johannes Wolff waren zudem auch noch Alex und Sarah Fox beim Konzert mit dabei und natürlich mein Kommilitone David Rice und ich, sodass erstmals in der Geschichte des recht jungen Studienganges 6 Chorleitungs-Absolveten von Simon Halsey in einem Raum waren 🙂

Ein weiteres Highlight war die Hospitation bei der allerletzten Probe in der Ära Simon Rattle. Exklusiv durften wir der dreistündigen Generalprobe für sein letztes Open-Air Konzert auf der Waldbühne lauschen. Und wieder einmal war es überwältigend diesen netten, charmanten Engländer zu beobachten. Für viele Mitsänger war die anschließende Führung durch das Philharmonie-Gebäude extrem eindrücklich.

Es war mir selbst auch überhaupt nicht klar, dass 2220 Zuhörer in diesen einzigartigen Konzertsaal passen. Wir könnten es natürlich nicht lassen auf der Bühne des Kammermusiksaales noch ein kleines Ständchen mit Byrd’s „Sing joyfully“ zu geben!

Ein besonders praktisches Detail der Philharmonie-Bühne: jedes (!) der 30 Bühnenteile ist individuell höhenverstellbar mit folgendem Steuergerät:

Noch ein Konzert heute in Leipzig und dann heißt es für mich zurück nach Heidelberg vorerst! Ich freue mich nun sehr darauf wieder „heimzukommen“ zu Katharina in die Heidelberger Karl-Metz-Straße und werde dann nur noch einmal nach England zurück gehen für das allerletzte Konzert mit Beethovens 9. Sinfonie in der Royal Albert Hall, London in Juli…

Looking forward to that 🙂

Von den letzten Dingen…

Schande über mich – mehr als einen Monat habe ich hier nichts mehr von mir hören lassen. Die letzten Wochen meines Studiums waren nochmals sehr intensiv und voller reicher Erfahrungen!

Besuch von Kantor Stahl

Mein lieber Freund Roman Stahl hat sich aufgemacht aus der Schweiz und mich tatsächlich noch ein Wochenende besucht. Neben vielen kulturellen Erlebnissen in Oxford hatten wir natürlich eine fantastische Zeit. Der kleine Ableger von Cambridge ist einfach immer ein Besuch wert:

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Orgel & Violoncello mit Rebecca

Endlich ist ein bisschen mehr Ruhe und Zeit für music-making eingekehrt. Da wir keinerlei Unterricht mehr haben, sondern nur noch Konzerte, Proben, Exkursionen habe ich die Chance ergriffen mich einem langersehnten Projekt zu widmen. Das Violoncello… Aller Anfang ist schwer – aber es macht großen Spaß und wir werden sehen, ob ich in KA damit weitermachen kann.

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Vorbereitungen für Karlsruhe

Die meiste Zeit in den letzten Wochen verbrachte ich mit Vorbereitungen für das Antrittskonzert im November in der wunderschönen Christuskirche Karlsruhe. Partitur vorbereiten und lernen, Klavierauszug einrichten, viele Emails schreiben und Jahrespläne für die Chöre präparieren. Ich bin sehr gespannt auf das Konzert, bei dem wir unter anderem dieses Meisterwerk aufführen werden:

Jonathan Dove – There was a Child – Deutsche Erstaufführung. Simon hat mir seine Partitur ausgeliehen; höchst interessant!

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John Adams in Barcelona

Unverhofft kommt oft – so lautete auch das Motto einer kurzen „Bildungsreise“ in den letzten Wochen – oder nennen wir es ehrlicherweise „Kurzurlaub“. Simon hatte ein Projekt mit seinem Katalanischen Chor in Barcelona und hat uns Studenten herzlich eingeladen daran teilzuhaben. Das war ein echt bereicherndes Erlebnis! Orfeó Catalan ist ähnlich wie der CBSO-Chorus eine große Chorfamilie mit angeschlossener Singschule, einer wahnsinnig alten Tradition und sehr viel Geld. Simon leitete die Einstudierung eines wahrhaft verrückten aber total faszinierenden sinfonischen Werkes. „Harmonium“ von John Adams wurde aufgeführt. Der amerikanische und extrem sympathische Dirigent war selbst anwesend und dirigierte neben seinem „Oratorium“ auch noch eigene Orchesterwerke.

Wer noch nicht in Barcelona war muss unbedingt hin: Das ist die schönste europäische Metropole, die ich bisher besucht habe. Hier ein paar Eindrücke. Besonders imponierend war das Konzerthaus des Chores. Orfeo ist wohl der einzige Chor der Welt, der ein so prächtiges Konzerthaus besitzt. In diesem traditionsreichen Chor-Land lädt der Chor die Orchester ein und nicht umgekehrt! Beeindrucken und bei der Qualität der Sänger sehr verständlich wieso Simon 12 Wochen des Jahres in der Sonne verbringt. 120 Sänger, davon 55 Männerstimmen! Das ist unfassbar gut….

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Sagrada Famila

Nie zuvor habe ich so einen magischen Kirchenraum betreten. Wer hier schon war weiß wovon ich rede – wer noch nicht hier war, muss unbedingt herkommen. Das Lebenswerk Gaudi’s betrachten und einfach nur Staunen…

Springflut in Birmingham

Ja, das Englische Wetter ist nicht das Beste – aber eine derartige Springflut zu erleben ist schon ein besonderes Erlebnis. Alle 5 Jahre kommt es zu so einem Naturspektakel. In nur wenigen Stunden war unser kompletter Stadtteil sosehr überflutet, dass man kaum noch fahren oder gar laufen konnte.

The Dragon of Wantley – Opernproduktion

Sechs Wochen liefen unsere Vorbereitungen für die Produktion der Barockoper, The Dragon of Wantley von Johann Christoph Lampe. Sicherlich keine große Barockmusik, die der Fagottist Händels als „Parodie-Oper“ veröffentlich hat – aber ein großer Spaß. Meine Rolle war es den Chor einzustudieren und als Chorus Master dafür zu sorgen, dass die etwas „uninspirierte“ Musik Begeisterung beim Publikum auslöst. Spätestens bei unserer zweiten Aufführung am vergangen Sonntag ist dies absolut gelungen und der Funke ist regelrecht übergesprungen. Unter folgendem Link können wunderschöne Fotos der Produktion eingesehen werden.

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Für mich war es eine tolle und lehrreiche Erfahrung mal die Position des Chorus Master einzunehmen. Simon hatte mir sehr dazu geraten und ich bin dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit genutzte habe. Die tatsächliche musikalische Verantwortung lag bei meinem Kollegen David, der beide Aufführungen dirigiert hat.