Tag 145-153: Half term

Nach einem wunderschönen Wochenende mit Katharina ist wieder alles „normal“ hier auf der Insel. Das Wetter ist gut englisch – Regen und Schnee gehören leider noch sehr zum Alltag und es bleibt ziemlich kalt. Nichtsdestotrotz habe ich heute beschlossen mein Fahrrad aus der Garage zu holen – nächste Woche soll es etwas wärmer werden und dann sind die vielen Wege auch wieder etwas leichter zu organisieren mit dem Rad!

Diese Woche ist „Halbzeit“ und die offizielle Definition lautet:

in the UK, a short holiday in the middle of each of the three periods into which the school year is divided

Eine angenehme Sache denn die meisten Chorgruppen pausieren in dieser kurzen Auszeit und ich vermute, es könnte etwas ruhiger zugehen dieses Woche. Mal sehen..

Noch immer „bebt“ es in mir nach – Gestern haben haben wir Carl Orffs Meisterwerke „Carmina Burana“ in der ausverkauften Symphony Hall aufgeführt. Das war ein extrem packendes Erlebnis. Auf dem Chorpodest stand der CBSO Chorus mit den üblichen 120 Sängerinnen und Sängern (und noch etliche männliche Aushilfen um die Männerchor-Passagen etwas zu verstärken) und etwa 50 Kinder vom CBSO Children’s Chorus, die wirklich zauberhaft gesungen haben.

Das war sicherlich das einzige Mal, dass ich eine ausverkaufte Symphony Hall erleben durfte in diesem Jahr. Ich erinnere nochmal daran, dass es 2.262 Sitzplätze gibt – das ist gewaltig! Gestern wurden auch die „Nachhall-Türen“ geöffnet – ein total ausgeklügeltes System um natürlichen Raumklang zu schaffen. Rundherum um das Gebäude in den oberen Galerien sind riesige Türen, die bei Bedarf stufenlos geöffnet werden können und hintern denen sich ein Hohlraum befindet, der dann somit Nachhall erzeugt. Das klingt total klasse – besonders in den wuchtigen Schlussakkorden.

Der Dirigent des Abends, Mike Seal, führte uns routiniert durch die einstündige „Kantate“. In der ersten Hälfte habe es noch das A-Moll Klavierkonzert von Edvard Grieg und eine Orchesterouvertüre. Ein sehr, sehr gelungener Abend! Simon war mit der Leistung des Chores außerordentlich zufrieden – das will mal was heißen!

Leider durfte ich nicht filmen, aber wer noch nie Carmina gehört hat muss das hier mal anschauen.

Da wir im Unterricht ausgiebig die Carmina behandelt haben war das nun eine perfekte Ergänzung zum eigenen Dirigieren und sehr interessant zu sehen wie verschiedene Dirigenten (Simon in der Chorprobe) und Mike dann mit dem Orchester dirigieren.

Diese Woche steht ein großes Singalong Konzert mit Brahms‘ Requiem an – man darf also gespannt sein…


Eine sehr bemerkenswerte Sache habe ich noch entdeckt – Birmingham ist gerade dabei seine Fahrradfreundlichkeit zu verbessern, und das ist auch dringend nötig! Folgende Box ist mir gestern zum ersten Mal unter „die Räder“ gekommen:

Hinter den 8 Fächern verstecken sich Klappfahrräder zum ausleihen. Pro Tag 2,50 Pfund – also wirklich sehr preiswert. Und wie das in England so ist; wenn man was investiert dann gleich richtig: BROMPTON Bikes – die absolute Edelmarke der Klappräder. Ich musste schon etwas schmunzeln und an unsere Leihfarräder denken in Heidelberg von nextbike

Tag 126-144: Second Term und seine Folgen…

So viele Tage ohne einen neuen Blogbeitrag – Ich bitte vielmals um Entschuldigung! Der Januar und die bereits erwähnten Abgabefristen für die schriftlichen Hausarbeiten; kauf Luft zum Atmen. Neben den täglichen musikalischen Herausforderungen standen in erster Linie die Essays im Mittelpunkt der vergangenen Wochen. Am vergangenen Dienstag habe ich nun auch den letzten Essay zum Thema „Neue Musik“ eingereicht und bin nun wahnsinnig froh, dass das „Schreiben“ erstmal wieder Pause hat und ich mich in den kommenden Wochen wieder auf die Musik konzentrieren kann.

Relativ spontan wurde ich als Continuo-Spieler für ein Alte-Musik-Projekt engagiert am vergangenen Wochenende. Eigentlich eine Feine Sache, dass die Uni professionelle Coaches engagiert um ein Vokalensemble und ein Chamber Orchestra auf historischen Instrumenten zu coachen und sich ein Wochenende mit Französischer Barockmusik zu beschäftigen. Das Ergebnis war nicht besonders gut (leider aufgrund des sogenannten „Dirigenten“) aber dennoch eine wunderbare Möglichkeit mal wieder Orgel spielen zu dürfen und sehr interessante „Cantate Domino“ Vertonung von De laLande kennen zu lernen. Außerdem hatte ich dadurch Zugang zu unseren Alte-Musik-Räumen und siehe da habe mich glatt frisch verliebt (keine Angst, es war nur eine Gambe und ein Zink).

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Nach der Abschlussprüfung möchte ich das mal mit ein paar Stunden Einzelunterricht ausprobieren – Viola da Gamba ist einfach eines der schönsten Instrument ‚on earth‘! Mit dem Zink wird es sicherlich nichts, das ist brutal schwierig…

Außerdem haben wir seit einigen Wochen ein neues Instrument in unserer Orgelsammlung. Eine rekonstruierte mittelalterliche Orgel – jaja, keine Barock-Orgel, das hat ja jeder – nein, eine Mittelalter-Orgel musste her. Mit Hand-Calcant (d.h. ohne Motor) und wunderschönen Malereien. Ich habe das Instrument ausprobiert und muss sagen es klingt hervorragend! Uns ist allen noch nicht so ganz klar, was die Uni damit anfangen will – aber es sieht in jedem Falle gut aus. Siehe da:

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Zudem hatten wir wieder ein hervorragendes Seminar im Fach „Historische Aufführungspraxis“. Vergangene Woche war die Baroque Flute dran. Das ist ein total faszinierendes Seminar, was wir uns für deutsche Studiengänge unbedingt abschauen sollten. In jeder Einheit kommt ein Experte, der ein Instrument bzw. eine Instrumentenfamilie vorstellt. Die Dozentin vergangen Woche ist professionelle Travers-Flötistin in verschiedenen renommierten englischen Barockorchestern und hat uns in zwei Stunden atemberaubende Klänge auf ca. 10 verschiedenen Flöten vorgespielt. Hier ein kleine Eindruck ihrer Instrumentenfamilie. Zum ersten Mal habe ich sehen und hören können, dass die ganze Frage der „Historischen Stimmungssysteme“ nicht nur das Continuo betrifft, sondern durchaus auch die Solo-Instrumente (was ja auch Sinn macht!). Wir konnten verschieden große Halbtonschritte hören und beispielsweise die Unterschiede zwischen Dis und Es, die ja auch eine signifikante Rolle beispielsweise in Mitteltoniger Stimmung spielen. Das war klasse!

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Und dann musste doch gefeiert werden, dass der letzte Essay eingereicht ist. Ich bin sehr froh, dass ich bereits ein paar Freunde habe hier, die eine Vorliebe für deutsches Bier entwickelt haben – wen wundert das hier auf der Insel, wo Bier ohne Kohlensäure und Schaumkrone der Normalfall ist! Ein Prosit der Gemütlichkeit:


Das erste freie Wochenende in diesem Jahr nähert sich und ich mache heute eine „Testfahrt“ mit dem Eurostar von London nach Brüssel und dann mit dem ICE nach Heidelberg. Das ganze geht verhältnismäßig echt schnell. Um 15:04 bin ich in London eingestiegen und in wenigen Minuten, um 22.08 Uhr, bin ich bereits in Heidelberg. Ich freue mich sehr auf ein Wochenende mit Katha und kann allen England-Reisenden die Fahrt mit dem Eurostar nur sehr ans Herz legen. Das ist sehr, sehr komfortabel und viel leiser und einfacher als Fliegen! Bucht man entsprechend frühzeitig den Sparpreis Europa kann man hier ein tatsächliches Schnäppchen machen. Für 69 € nach London (aber das Kontingent ist sehr, sehr beschränkt…)

Allen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende,

Euer Peter

Tag 116-125: Essay, Essay, Essay

Ja, tatsächlich drei „deadlines“ für Schriftliche Hausarbeiten habe ich im Januar. Für einen Musikstudenten sehr ungewöhnlich und ganz schön harte Kost, wenn dann auch noch in Englisch zu verfassen! Ein großer Segen, dass meine liebe Katharina mir so tüchtig hilft und meine vielen Fehlrechen korrigiert. Sie meint übrigens, mein written English hätte sich deutlich verbessert…. Verstehen tue ich eigentlich fast immer alles, es sei den die Einheimischen in Bus & Bahn – Birmingham hat nämlich einen sehr besonderen Akzent. Ein guter Freund aus Heidelberg (Nikolaus) hat mich diese Woche übrigens auf die in Birmingham spielende Serie „Peaky Blinders“ aufmerksam gemacht. Diese sehr sehenswert Serie spielt im Birmingham der 1920er Jahre und ist voll mit echtem „Brum“-acceent.

Essay Nr. 1 war in Arts Management, ein eher nerviges Seminar indem es um Kalkulationen für Konzertveranstaltung geht – und um die Darstellung von wunderschönen, bunten Powerpoints unserer Dozentin…

Essay Nr. 2 war hoch interessant und soeben fertiggestellt. Essay 1 – Performance Practice (1813019), könnt ihr die Datei downloaden, falls ihr schon immer einmal wissen wolltet, wieso es eigentlich verschiedene Stimmtonhöhen gibt – und warum eigentlich auf a =440 Hz musiziert wird, bzw. auf a = 415 bei Bach (?) und a = 430 für Haydn und die Klassik.

Essay Nr. 3 wird nochmals in dem durchaus spannenden aber sehr zeitintensiven Seminar „British music studies“ sein. Hierfür ist die Deadline genau heute in zwei Wochen. Also vorwärts und wieder an den Schreibtisch.

Im Dirigieren steht diese Woche Brahms Requiem an, worauf ich mich persönlich sehr freue. Besonders spannend, da wir mit Simon Halsey demnächst auch ein Sing-Along mit dem Brahms machen – Man(n) darf gespannt sein 🙂

Zudem hatten wir heute eine Generalprobe für ein spannendes Projekt. Im Januar werden immer sämtliche Chöre mit Vorsingen der Uni (also Camerata, Women Choir, and BUS) zusammengewürfelt und mit den etwa 150 Sängern wird dann ein hochkarätiges Konzert gemeinsam mit dem CBSO in der Symphony Hall gegeben. Dieses Mal ist Bernstein-Festival und wir performen einen ganzen Abend best-of Leonhard Bernstein; ein großes Fest. Einen kleinen Eindruck von dem riesigen Orchester, dem Tollen Chor und den hervorragenden Solisten hier. Wir musizieren zwar nicht in der Royal Albert Hall wie in dem Video, aber wir haben den gleichen Dirigent – sehr witziger Typ – der Tourt durch die ganze Welt und macht das Programm überall… Mein Favorit ist Mr. Kruppke aus der Westside-Story, Video 2!

Symphony Hall ist aber auch ganz gut 🙂

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Tag 115: Neue Homepage

Liebe Blog-Leser,

unter dem gewohnten Link www.petergortner.de erwartet Euch seit heute nicht nur mein England-Blog, sondern auch meine brandneue Homepage mit vielen Infos zu meinen verschiedenen Projekten und Tätigkeiten. Die Homepage ist derzeit noch im Aufbau und wird in den kommenden Monaten stets weiterentwickelt. Ich freue mich über Anregungen und Kritik gleichermaßen! Beim Öffnen der Homepage, sollte ein Button erscheinen (automatisch). Auf diesem Button könnt ihr dann entschieden, ob ihr zur Homepage weitergeleitet werdet oder zum Blog.

Viel Vergnügen, Peter

 

 

Tag 112-114: Neuer Term, neue Überraschungen

Nachdem die ersten Chorproben gut gelaufen sind, ist auch Julian (der Dirigent des großen University-Chorus) wieder gesund und munter von seiner Hüft-OP zurück. Allerdings hat es noch nicht gereicht um die erste Probe am Dienstagabend zu übernehmen. Selbstverständlich hätte man uns vorwarnen können, doch mittlerweile ist ja klar, wie das hier läuft – „Thanks for helping us out, sorry for short notice“. Heißt so viel wie zwei Stunden vorher teilt man uns mit, dass wir die erste Probe dieses Semesters mit völlig neuem Programm leiten werden.

Eine tolle Aufgabe – und mittlerweile nehmen wir die täglichen Überraschungen auch sehr viel gelassener als noch vor wenigen Monaten. Es härtet also durchaus ab ins kalte Wasser geworfen zu werde. Apropos kalt: Die Heizung arbeitet nur sehr unzuverlässig hier bei uns in der Wohnung und bekanntermaßen ist die Isolierung der englischen Häuser extrem schlecht… klirr….

Auf dem Programm mit dem Uni-Chorus stehen dieses Semester ausnehmend gute Stücke. Edward Elgar – Great is the Lord, Schütz – Psalm 150 und John Rutter – Te Deum. John ist im kommenden Jahr „Ehrenpräsident“ unserer Music Society und wir werden ihn zu irgendeinem Zeitpunkt auch einmal an der Uni begrüßen dürfen. Daher ist natürlich ein großen Werk von ihm Pflicht. Da das Gloria im vergangenen Jahr aufgeführt wurde, ist nun das Te Deum dran.

Und noch ein viertes Stück – welches so wunderbar ist, dass ich es Euch nicht vorenthalten kann. Bitte unbedingt das folgende Video anschauen – und dann soll mal einer sagen deutsche Kirchenlieder würden oft zu „langsam“ von den Organisten begleitet. „All people that on earth“ ist so wunderbar „english“. Ein großartiges Arrangement, welches ich sicherlich mit nach Good old Germany zurück bringe. Ralph Vaughan Williams hat es arrangiert für die Krönung von Queen Elizabeth im Jahr 1953! Es grenzt schon an ein Wunder, dass sie noch immer regiert! Long life the Queen! By the way: Der Vater von Simon Halsey singt im Chor hier mit…

Tag 110/111: Second term begins

Ein frohes und gesundes Jahr wünsche ich allen Blog-Leserinnen und Blog-Lesern! Nach vier anstrengenden und sehr gewinnbringenden Tagen mit Man(n) Singt! in Kirkel, habe ich mich am Sonntagnachmittag auf den Weg zurück nach England gemacht.

Am heutigen Tag 111 begann mein zweiter Term. Erstaunlich entspannt; denn es ging erst am Abend richtig los. Unsere erste Kammerchorprobe mit University Camerata lief sehr gut. Augustina, David und ich waren erstaunt, dass die allermeisten Töne noch präsent waren und wir können nun in den kommenden 12 Proben bis zum final recital am 22. März in den Feinschliff gehen.

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verfliegt… Das Abschlusskonzert ist schon in gut zwei Monaten, dann folgen noch etliche schriftliche Hausarbeiten und Aufsätze und einige Prüfungen.


Heute Abend dann die erste Probe mit einem „neuen“ Ensemble. University of Birmingham Voices; das ist nun nochmal ein anderer Chor – denn dieser besteht aus sämtlichen Auswahlchören gemeinsam. D.h. University Women’s Choir, Camerata und Birmingham University Singers werden zusammen gewürfelt und daraus entsteht ein großer Sinfonischer Chor mit 120 auserwählten Stimmen.  Das war schon ein sehr beachtlicher Sound. Das spannende daran ist, dass einer meiner „Vorgänger“, Daniel, das ganze Projekt dirigiert. Er lebt seit seinem Abschluss wieder in Amerika und ist ein hervorragender Dirigent. Schön zu sehen, dass die Uni auch nach dem Abschluss noch Kontakt zu ihren Absolventen hält und es sogar zu Engagements kommen kann.

Ein äußerst spannendes Programm studieren wir mit Daniel ein: Leonard Bernstein – sozusagen ein Best-Of aus Musical und Film – das Konzert wird dann gemeinsam mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra sein in der Symphony Hall – darauf kann man sich jetzt schon freuen:

Nun stehen im Januar noch drei Deadlines an für schriftliche Hausarbeiten – essay writing continues – happy new year 🙂

 

Tag 90-96: Es weihnachtet sehr…

Ein spontaner Heimat-Besuch zu Katharina und ein Probentag mit Man(n) Singt! am Sonntag bestimmten das Wochenende. Doch es muss nochmals zurück gehen in die neue englische Heimat, denn: CBSO Christmas Concerts stehen an. Ein weiterer Höhepunkt des Jahresendes. Mit etwa 350 Mitwirkenden Sängern auf der Bühne und dem vollbesetzten City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) wegen wir die Symphony Hall zum jubilieren bringen – unter der Leitung von Simon Halsey.

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Und dann heißt es auch schon Koffer packen, denn die Jubiläumskonzerte „10 Jahre Man(n)Singt!“ stehen an. Ich freue mich sehr auf das Singen mit den Jungs in Schifferstadt und Wallhalben und eile inmitten der Nacht zum Flughafen.

Entwurf Plakat Jubiläum 2017

Frohe Weihnachten und bis im neuen Jahr!

Tag 83-89: Advent, Advent, …

Die Tage werden etwas ruhiger – endlich… Uni-Veranstaltungen gibt es keine mehr, nur noch zahlreiche Weihnachtskonzerte – und das ist ein wahres Erlebnis hier auf der Insel.

Die Engländer feiern Weihnachten insgesamt etwas mehr als wir es in der Heimat gewohnt sind und neben den zahlreichen großen Veranstaltung der Kathedralen werden auch die Konzertsäle gefüllt mit durchaus „spaßiger“ Weihnachtsmusik.

Ein wahres Highlight meiner diesjährigen Vorweihnachtszeit war sicherlich das Christmas Carols concert in St. Pauls – London. In einem 75 minütigen Abendgottesdienst im Stile der „9 lessons and carols“ wurde mit großem Orchester, St. Pauls Cathedral Choir und Orgel ein echtes Weihnachts-Feuerwerk gezündet.

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Da Simon erfahren hatte, dass ich in London bin, hat er mich auch gleich noch eingeladen zu einer Orchesterprobe mit Sir Simon Rattle; das war höchst inspirierend. Mit dem London Symphony Orchestra und dem LSO Chorus (unter der Leitung von Simon Halsey) konnte ich der ersten Tutti-Probe für ein Bernstein-Musical lauschen. Sehr spannend zu sehen, wie vielseitig und unkompliziert Rattle ist. In der gleichen Woche hat der gute Wagner, Mahler und dann drei Tag den „groovigen“ Bernstein dirigiert. Das hält jung 🙂 Die Bilder sind nicht besonders gut – aber das Hörerlebnis war ganz große Weltklasse!

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Ja, und dann ist da ja auch noch der GERMAN-Christmas-Market – immer noch… Und nun musste ich es einfach mal probieren. Deutscher Glühwein in England – ein Fehler. Denn für 4,50 Pfund der teuerste Glühwein meines Lebens und dafür nicht besonders gut. Aber immerhin die halbe-Meter-Bratwurst war erfolgreich:

 

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Augustina, meine Kommilitonin, konnte nicht widerstehen beim Karussell und somit fand der Abend noch einen rasante Ausklang:

Tag 76-82: University Carol Service / Ausflug nach Tenbury

Die Blog-Einträge wurden wieder weniger in den letzten Tagen, denn es war viel los in der letzten Woche. Mit dem University Carol Service haben wir am Montag Weihnachten in der Uni eingeläutet. Die Great Hall, also unsere Harry Potter Aula wurde mit gut 1500 Zuhörern gefüllt und es war ein großes Fest!IMG_2304.JPG

Nach der ersten englischen Erkältung und den letzten Chorproben vor Weihnachten mit unseren Chören, durften wir dann am Wochenende einem wunderschönen verschneiten Ausflug nach Tenbury beiwohnen.

Tenbury ist ein wirklich kleines Dorf mit einer sehr interessanten Geschichte. Denn im 19. Jahrhundert hat man hier – in the middle of nowhere – eine riesige Kirche gebaut und eine Schule und qualifiziert Chorknaben auszubilden. In den 1970er wurde die Schule geschlossen und seither gibt es keine regelmäßigen Choral-Services. Daher fährt die University of Birmingham jedes Weihnachten dorthin um ein Wochenende mit Carol Service, Evensong und Sonntagsgottesdienst zu gestalten. Hier steht eine sehr beeindruckende Henry Willis & Sons Organ

 

Hier noch ein kleiner „Leckerbissen“ meine beiden Tenor-Kollegen zur rechten haben in der Schluss-Hymne Hark, the herald ein hohes a rausgepresst – unglaublich. Wir sprechen vom descant a der Oberstimme!

Am Donnerstagabend im Pub scherzte noch einer meiner englischen Kollegen: „Peter, you will not see snow in Birmingham“. Tja, und heute wurde dann unser Evensong abgesagt wegen zu viel Schnee! So kann es gehen. Es ist wunderschön hier im ohnehin schon verschlafenen Tenbury – aber jetzt bewegt sich gar nichts mehr. Nur noch Schnee überall! Wir konnten noch nicht mal unseren Weg zur Kirche schaffen heute morgen und daher leider nicht im Gottesdienst singen… Tja, so hatten wir dann ein wunderbares Frühstück bei unsere Gast-Mutter und ließen den Tag langsam angehen. IMG_2353.JPG

Gut 15 cm Schneedecke hatten wir bereits am Mittag, woraufhin unser Evensong für den Abend abgesagt wurde. Das Auto einer Sängerin aus dem Chor ist sogar so eingeschneit, dass wir nicht mir hier loskommen… „Sehr wunderbar“, wie mein Kollege Ben das beschreibt!

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Mit dem gemieteten Mini-Bus ging es dann also nochmal zum Pub in Tenbury für eine kleine Stärkung und dann ab zurück nach Birmingham! Hier in England kann ich auch öffentlich den wunderbaren Christmas jumper von Hedda anziehen, denn die tragen alle verrückte Weihnachts-Klamotten!

Fröhlichen zweiten Advent zusammen!IMG_2324.JPG

Tag 75: University Women’s Chorus Concert

Eine völlig neue Erfahrung für mich, Konzert mit einem Frauen-Kammerchor. Und zwar mit einem absolut hochkarätigen Chor; denn unser Frauenchor hat im vergangenen Jahr einen bedeutenden nationalen Kammerchor-Wettbewerb gewonnen und wird dieses Jahr wieder an einem Wettbewerb teilnehmen.

Es ist schon außergewöhnlich, was die etwa 40 Sängerinnen gestern geleistet haben. Ein komplettes Konzertprogramm wurde in den vergangenen Wochen auswendig gelernt und in 5 verschiedenen Chor-Aufstellungen und Beleuchtungen haben die Mädels dann ihr Programm mit Klavier, zwei Geigen und Harfen zum Besten gegeben.

Mein Part war es eine zeitgenössische Komposition von James McCarthy mit dem Chor einzustudieren und zur Aufführung zu bringen. Als teil unseres Masters haben wir diverse öffentliche Auftritte mit den verschiedensten Chören abzulegen, dieses war also der erste Teil davon. Ich versuche in den kommenden Tagen hier ein Video einzustellen. McCarthy ist ein aufstrebender Komponist hier im Lande, der in erster Linie Filmmusik komponiert hat – aber auch ein interessantes Bühnenwerk zu der „Enigma“ mit dem Titel „Codebraker“.

Neben einer kleinen Auswahl aus Britten’s „Ceremony of Carols“ (ein Pflichtstück für Frauenchöre auf der ganzen Welt) gab es eine extrem interessantes Ave Maria von Cecilia McDowell und natürlich ein Stück von Edward Elgar, Snow für Frauenchor und zwei Geigen – ein ganz wunderbares Stück Frauenchormusik.

 

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